Nachgefragt
Webmaster JAM im Gespräch mit Darsteller Norman Kalle
April 2008, anlässlich der Premiere von DIE LOKALBAHN
JAM: Herr Kalle, sie sind ja schon wieder da! Meinen Sie wirklich, das Publikum verträgt so viel Daily-Power, zumal ja nun auch noch Ihr ALLES-WAS-ZÄHLT-Kollege Igor Dolgatschew zum Ensemble gestoßen ist?
NORMAN: Ich hoffe, das Publikum verträgt mehr Daily-Power als ich Ebbelwoi! Sonst wär’ nach dem ersten Akt Feierabend. Aber im Ernst, ich mache mir keine Sorgen, dass die von mir sehr geschätzten, geselligen und den Genüssen des Lebens nicht gerade abgeneigten Hessen gerade an einer Soap-Überdosis zugrunde gehen könnten.
JAM: Nun, Ihre Daily-Soap-Vorgänger beim M.A.T., Ralf Benson und Roman Roth aus GUTE ZEITEN – SCHLECHTE ZEITEN, Tobias Licht aus UNTER UNS oder Andreas Stenschke aus VERBOTENE LIEBE, um nur einige wenige zu nennen, haben es ja beim Herrn Wszolek nicht lange ausgehalten. Wieso haben gerade Sie für die kommenden Stücke bereits unterschrieben?
NORMAN: Es macht einfach verdammt Spaß, mit diesem Ensemble und vor allem vor diesem Publikum zu spielen. Noch habe ich also keine Fluchtgedanken!
JAM: Können Sie sich denn bei langfristig angelegter Zusammenarbeit vorstellen, endlich Hessisch zu erlernen? In Herrn Wszolek haben Sie doch da einen prima Lehrer. Er schließlich durch die zahlreichen Produktionen von MEI FAIR LISSBETH Erfahrung in so etwas.
NORMAN: Ja, das kann ich mir vorstellen. Ich hatte es eigentlich schon für dieses Stück geplant, aber da ich hier einen Friesen spiele, ist das nicht nötig. Obwohl, Hessisch mit friesischem Akzent wäre eine interessante Mischung...
JAM: Wie wir erfahren mussten, haben Sie sich nun vorgenommen, Klavierstunden zu nehmen. Haben Sie über kurz oder lang auch vor, Ihre Stimme zum Sänger ausbilden zu lassen? Sie hätten ja beim M.A.T. mit seinem breiten Musical- und Konzertrepertoire beste Chancen, das ausleben zu können. Ein Johann Nitter in MEI FAIR LISSBETH oder ein Fred in DIE MUNDART WEIHNACHTSGESCHICHTE würde Ihnen sicher gut stehen.
NORMAN: Ja, ich bin dabei, meine Stimme ausbilden zu lassen und plane langfristig, die Statik der Hugenottenhalle auf eine harte Probe zu stellen. Das mit dem Klavier muss im Moment wegen eines großen Drehpensums warten.
JAM: In DER KÜHNE SCHWIMMER war ihre Partnerin Fräulein Stefanie Wszolek, die Schwester des Generalintendanten? Glauben Sie nun, da Ihre Partnerin in DIE LOKALBAHN, Stefanie Hehn, nicht mit Herrn Wszolek verwandt ist, können Sie etwas freier agieren und ggf. ein wenig "ran gehen"?
NORMAN: Ich hatte zwar nicht das Gefühl, dass der werte Herr Wszolek sonderlich auf seine Schwester aufpasst, aber nein, auch im neuen Stück werde ich in meiner Rolle etwas "eingeschränkt" zu Werke gehen. Wie das zu verstehen ist, werdet Ihr dann im Stück sehen.
JAM: Haben Sie denn beim M.A.T. eine Art Wunsch- oder gar Traumpartnerin, mit der Sie unbedingt einmal eine Liebesszene spielen möchten? Anita Peters z.B.?
NORMAN: Da mich meine Freundin im wahren Leben gut beschäftigt, bin ich froh, wenn ich auf der Bühne mal eine Pause habe. Dann will ich auch nicht so tun als ob. Ja, eigentlich spiele ich nur Theater, um zwischendurch mal wieder zu Kräften zu kommen...
JAM: Könnten Sie sich denn auch vorstellen, so wie Ihr Kollege Igor Dolgatschew in ALLES WAS ZÄHLT einen Homosexuellen mit Partner, oder mal einen derben Asozialen zu spielen? In der Revival-Produktion von FRIEDHOFSGÄRTNER im Juni 2009 wird ja so etwas gebraucht.
NORMAN: Ja. Und ja. Besonders auf den Asozialen brenne ich geradezu. Man hat ja so vielfältige Möglichkeiten, gerade diese Spezies in unseren Straßen zu beobachten. Naja gut, auch die erstere Spezies ist, gerade am Drehort Köln, reichlich vertreten.
JAM: Ich sehe schon, wir werden Sie hier nicht so schnell wieder los. Haben Sie denn eine persönliche Theater-Lieblingsrolle? Ich meine Herr Wszolek ist ja ab und zu recht offen für Spielplan-Vorschläge. Vielleicht können Sie ein Stück einbringen, das Ihnen am Herzen liegt.
NORMAN: Das mit dem Friedhofsgärtner ist schon eine gute Sache! Oder ein Stück mit einem schwulen Frisör. Ein schönes Klischee.
JAM: Ich danke Ihnen für das nette Gespräch und wünsche Ihnen für Ihre zweite Rolle bei uns alles erdenklich Gute!
NORMAN: Danke und Adschö!
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